B.O.C. Quartier am Bonneshof

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Im Düsseldorfer Stadtteil Golzheim realisierte das Architekturbüro RKW für den Nutzer KPMG im Jahr 2007 das Bürogebäude Tersteegen Office Center, kurz T.O.C. Sieben Jahre später hat das Büro nun die konsequente Erweiterung dieses Standortes fertiggestellt, die aufgrund der Adresse Am Bonneshof die Kurzbezeichnung B. O. C. erhielt.  Auffallend präsentiert sich der Neubau durch seine kontrastreiche Fassadengestaltung. Ein schimmerndes Netz aus hellen und dunklen Gläsern umspielt als äußere Hülle die zurückgesetzte Glasfassade. Neben ihrer Gestaltungsfunktion sind die eingebauten Funktionsisoliergläser der Primär- und Sekundärfassaden ein wichtiger Bestandteil des Gebäudeenergiekonzeptes.

Städtebaulich greifen die Formen des B.O.C. und die des Bestandsgebäudes ineinander und bilden eine Einheit. Die kammartige Struktur verwebt den Baukörper mit dem heterogenen Umfeld. Es entstehen innenhofartige begrünte Nischen, die den Nutzern eine hohe Aufenthaltsqualität bieten.
Zwei Hauptkomponenten bestimmen die Gebäudeorganisation: die Verbindungshalle im E.G. ist der zentrale Ort. Empfang, Bistrobereich und Konferenzräume mit Parkblick sind repräsentativ und für den Kundenkontakt angelegt. Die langen „Magistralen“, das eigentliche  Rückgrat des Gebäudes, erschließen die Bürobereiche.  In den angrenzenden „fingerartigen“ Gebäudeteilen liegen  ruhige zu den Gartenhöfen gerichtete Bürogruppen.

Fassade
Die gefaltete Form der beiden Bürohäuser T.O.C. und B.O.C. ist von außen differenziert gestaltet. Während bei dem Bestandsgebäude die graphitschwarzen Fassaden mit blauen gläsernen Kreisen akzentuiert wurden und als Kontrast dazu ein Haus mit silbrig spiegelnden Brüstungsbändern bekleidet wurde, wurde das Thema beim neuen B.O.C. variiert.

Der transparente Baukörper erhielt eine weitere gläserne Hülle. Abgestimmt auf Himmelsrichtung und Innenraum sind in den Sekundärfassaden des B.O.C. schwarze „Photovoltaikscheiben“ und weiß bedruckte „Klimascheiben“ eingesetzt worden. Diese sorgen nicht nur für einen geringeren Wärmeeintrag, sondern erzeugen im Inneren auch  angenehme, changierende Lichtstimmungen. Der zueinander versetzt angeordnete Rapport der Scheiben korrespondiert mit der Kammform des Gebäudes. Der hell-dunkel Kontrast der Gläser im Wechsel von weißer Klima-, grauer Isolier- oder schwarzer Photovoltaikscheibe verleiht dem Haus eine zeichenhafte Wirkung.

Fassadenaufbau und Verglasung
Aufgrund des hohen Verglasungsanteils sowie geringer massiver Bauteile an den Fassaden kommt den Fassaden ein hoher Anspruch an den Sonnenschutz zu, um den solaren Energieeintrag zu reduzieren. Der hier realisierte Fassadenaufbau besteht aus einer mit Sonnenschutzverglasung versehenen geschosshohen inneren, absturzsichernden Verglasungsebene mit Drehflügelelementen. Eingebaut wurde das Sonnenschutz-Isolierglas INFRASTOP® Brillant 66/33 ausgeführt als VSG Außenscheibe und ESG-H Innenscheibe. Mit diesem Glas wird der g-Wert auf 35% reduziert. Zusätzlich erhielt die Fassade mit einer Aluminium-Raffstoreanlage, die zentral, fassadenweise und raumweise über Sonnenwächter angesteuert werden kann,  einen außen liegenden Sonnen-und Blendschutz.

Die Sekundärfassaden erfüllen je nach Ausgestaltung eine weitere Reduzierung des Sonneneintrags oder dienen sogar der Energiegewinnung. So ist in weiten Bereichen der Fassade in jedem 2. Feld, Feldbreite ca. 1,35m eine „Klimascheibe“ als zweite Haut vorgesetzt. Bei diesem Glas handelt es sich um ein Einscheibensicherheitsglas SIGLADUR 12mm, das im Digitaldruckverfahren mit einem Streifenmuster bedruckt wurde.

Einige Süd-, West-, und Ostabschnitte der Fassaden sind Photovoltaikfassaden. Diese „schwarzen“ Fassaden erhielten Gläser aus 2x 6mm TVG und einer rückseitigen Planibel Dark grey Scheibe. Zwischen zwei 0,76 PVB Foliensind im Verbund  die PV-Module integriert. Zur optischen Angleichung gibt es auch Fassadenbereiche, die nur mit einer 8mm TVG Dark grey Scheibe gestaltet sind.

Durch die Kombination aus Primär- und Sekundärfassaden konnte der Gesamtenergiedurchlassgrad auf g ≤ 25% reduziert werden.

Die Verbindungshalle zum T.O.C. -ausgeführt als Pfosten-Riegelfassade-  erhielt eine Festverglasung mit dem Sonnenschutz-Isolierglas INFRASTOP® 50/25.

Zusammenmit den mit großflächigen Photovoltaikmodulen ausgestatteten Dachflächen und modernster, ins Gebäude integrierter Haustechnik, kann die Fassade siebzig Prozent des benötigten Stroms selbst erzeugen Die Qualität der innerstädtischen Lage wird durch die transparente Fassade bei einer ausgezeichneten Energiebilanz voll ausgeschöpft.

Bautafel:

Bauherr: Nordrheinische Ärzteversorgung

Projektentwicklung: Quantum Immobilien AG

Nutzer: KPMG Düsseldorf

Architekt: RKW Rhode Kellermann Wawrowsky, Düsseldorf

Fassadenplanung: Ingenieurgesellschaft für Fenster- und Fassadentechnik Leveling, Haan

Metallbau: Metall- und Elementbau Haskamp, Edewecht

Basisglas Sonnenschutz: Pilkington Deutschland, Gladbeck

Basisglas Dark grey: AGC Interpane

Isolierglashersteller: Linther Glas, Linthe

Klimascheibe: FLACHGLAS Wernberg, Wernberg

Fotograf: Ansgar  van Treek, Düsseldorf

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Auffallend präsentiert sich der Neubau durch seine kontrastreiche Fassadengestaltung.

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Der hell dunkel Kontrast der Gläser verleiht dem Haus seine zeichenhafte Wirkung.

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Bei der Klimascheibe handelt es sich um das Einscheibensicherheitsglas SIGLADUR 12mm, das im Digitaldruckverfahren mit einem Streifenmuster bedruckt wurde.

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Die Sekundärfassaden erfüllen je nach Ausgestaltung eine weitere Reduzierung des Sonneneintrags oder dienen sogar der Energiegewinnung.

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In weiten Bereichen der Fassade ist in jedem 2.Feld eine Klimascheibe als zweite Haut vorgesetzt.