E.ON Hauptverwaltung, Düsseldorf

Neue Energie am Düsseldorfer Ehrenhof.

Die Bebauung des Düsseldorfer Ehrenhofes ist ein gutes Beispiel für eine sogenannte „Public Private Partnership“ im Kultursektor: Über eine von der Stadt und vom Energiekonzern E.ON aufgebaute Stiftung flossen Gelder in die Finanzierung des Neubaus „museum kunst palast“ und für dessen weiteren Betrieb. Dafür überließ die Stadt dem Konzern für rund 20 Millionen Mark ein an den Ehrenhof angrenzendes Filetgrundstück, auf dem der Konzern seine Hauptverwaltung baute. Auf diese Weise konnten am Ehrenhof gleich zwei Neubauten realisiert werden, die beide der Kölner Architekt Oswald M. Ungers entworfen hat.

Dabei war die Bebauung des Ehrenhofes städtebaulich gesehen die Lösung eines äußerst schwierigen Problems. Die Situation wurde bestimmt durch die monumentale Bebauung des historischen Kunstpalastes mit den beiden Ehrenhöfen und der Rotunde. Das Problem bestand darin, einen ungestalteten Restraum zwischen dem Ehrenhofgebäude und dem mehr oder weniger einer Hinterhofbebauung gleichendem Ambiente zu vermitteln. Während die Aufgabenstellung für den Museumsneubau mit dem Erhalt der bestehenden Fassade sowie der damit zwangsläufig linearen Neugestaltung des dahinterliegenden Museums mit den Museumssälen klar definiert war, musste für den geplanten Verwaltungsneubau ein neuer architektonischer Ansatz gefunden werden.

Als bewussten Kontrapunkt zum sich linear entwickelnden Museum setzt Ungers ein auf den Kreisbogen aufgebautes Bürogebäude entgegen. Durch diese Gebäudeform erhält der städtebaulich schwer definierbare Raum ein bauliches Zentrum und ein eindeutiges Ordnungssystem. Dabei handelt es sich um kein gewöhnliches Bürogebäude, sondern um einen vielfach geschichteten Bau. Der äußere Ring des Bürohauses ist ein 5-geschossiger Stein-Glas-Bau, der zusammen mit einem halbkreisförmigen Hochhauszylinder einen Zwischenraum bildet, der einer Galerienutzung zugeführt wird. Die Galerie ist ebenfalls ein selbständiges Bauteil, das aus Glas besteht und zukünftig für Ausstellungen aller Art genutzt werden soll.

Der zwischen Museums- und Bürobau tieferliegende Freiraum zeigt eine strenge gärtnerische Gestaltung und soll zukünftig auch als Skulpturengarten dienen. Somit ist das neue Bürogebäude eingebettet in eine Folge von Räumen, angefangen beim Museum über einen Skulpturengarten für ständig wechselnde Präsentationen. Den Begriff von der Public Private Partnership übersetzt Ungers bei dieser baulichen Raumfolge in einen Begriff des komplementären Miteinanders von Kunst, Kultur und Ökonomie. Diese drei Elemente sollen zu einem harmonischen Ganzen vereint werden.

Die mit großflächigen Fenstern ausgestattete Lochfassade des Solitärs wurde mit römischem Travertin verkleidet, während die 95 m lange Galerie mit ihrer Glas-Stahl-Fassade durchgängig transparent ist. Größtmöglichen Lichteinfall garantiert auch das die Galerie überspannende, gläserne Dach.

Bei der großzügigen Verglasung des Verwaltungsneubaus wurden nicht nur hohe Anforderungen an die Funktionalität der Gläser gestellt. Gewünscht wurde darüber hinaus eine optische Neutralität der Gläser sowie eine maximale Farbbrillanz in der Ansicht. Um diesem Wunsch zu entsprechen, wurde für alle gefertigten Isolierglaseinheiten das eisenoxydarme Weißglas Optiwhite als Basisglas verwendet. Im Dach- und Fassadenbereich der Glashalle sorgt das Sonnenschutzisolierglas INFRASTOP® Brillant 66/33 für ein angenehmes Raumklima. Für die Verglasung des Turm- und Ringgebäudes wurde aufgrund seines guten U-Wertes von 1,2 W/m²K (nach DIN EN 673) das Wärmeisolierglas THERMOPLUS® SN gewählt.

 

 

Objekt – Daten

   
Erdgeschoss Querschnitt

 

Bauherr:
_ E.ON AG, Düsseldorf

Architekt:
_ O.M. Ungers mit Stefan Vieths, Köln

Bauunternehmung:
_ Arge Züblin AG, Stuttgart und J.Wolfferts, Köln

Fassadenberatung:
_ IGF Ingenieurgesellschaft für Fassadentechnik, Mülheim a. d. Ruhr

Verarbeitung/Metallbau:
_ BSS Metall-Schiffsbau GmbH & Co.KG, Lemgo

Glasverarbeitung/Glaslieferung:
_ Linther Glas, Linthe
_ Goldkuhle GmbH & Co.KG, Rheda-Wiedenbrück

 

Objekt – Bericht

Die E.ON Hauptverwaltung auf sechs Seiten.
Die E.ON Hauptverwaltung war Thema in unserem GlasFokus 01/03. Hier können Sie den ausführlichen Objekt-Bericht bestellen oder downloaden.

Downloads

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Die großflächig verglaste Fassade erzielt ihre neutrale Farbbrillanz durch das Weißglas Optiwhite.

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Der zwischen Museums- und Bürobau tieferliegende Freiraum zeigt eine streng gärtnerische Gestaltung und wird zukünftig als Skulpturengarten dienen.

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Abends erhellt sich die vom Turmgebäude und Ringgebäude umschlossene Galerie und gibt gläsern den Blick nach innen frei.

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Der Blick von Bürobebäude zum Museumstrakt führt über die Freifläche, welche auch von der Cafeteria genutzt wird.

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In der lichtdurchfluteten Glasgalerie sorgt das Sonnenschutzglas INFRASTOP® für eine angenehme Raumatmosphäre.