Emscher Lippe Energie, Gelsenkirchen

Blaugrau schimmernde Eleganz.

Mehr als ein Jahr hat die aufwändige Sanierung gedauert, doch die Mühe hat sich gelohnt: Im Mai 2007 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des regionalen Energieversorgers Emscher Lippe Energie GmbH (ELE) ihre umgestalteten Büros in der Hauptverwaltung bezogen. Die neue Glasfassade setzt in der Gelsenkirchener Innenstadt einen beeindruckenden, gläsernen Akzent. Ein besonderer Blickfang ist die blaugrau schimmernde Fassade, die nicht nur optisch, sondern auch funktional überzeugt: Das moderne Funktionsglas des Herstellers Pilkington wartet neben Schallschutz und besonderer Wärmedämmung auf der Außenseite mit einer selbstreinigenden Beschichtung auf.

In den letzten Jahren war es nicht mehr zu übersehen. Das Verwaltungsgebäude des Energieversorgers Emscher Lippe Energie GmbH war ein wenig in die Jahre gekommen. 1966/67 als „Volksfürsorgehaus“ errichtet, war es nach gut 40 Jahren nicht mehr ganz zeitgemäß. Besonders betroffen war die Fassade. Veraltete Fenster mit schlechten U-Werten und Dichtungsproblemen, aber auch asbesthaltige Materialien in der Dämmung machten eine Komplettsanierung unausweichlich. Die Ansprüche an das künftige Material waren alles andere als gering, denn in Zukunft sollte die neue Glasfassade gleich drei Eigenschaften auf einmal erfüllen: Schallschutz, Wärmedämmung und Selbstreinigung.

Unter der Regie von Architekt Markus Spangenberg und Bauingenieur Bernhard Kwiatek entstand eine hochmoderne und imposante Glasfassade. Besonders die Montage vor Ort erwies sich dabei als Herausforderung und musste bis ins kleinste Detail geplant werden: Da das Gebäude an der viel befahrenen Florastraße liegt, war der direkte Aufbau mit einem Montagekran nicht überall möglich. Daher wurden die von der Firma Metallbau Lamprecht vorgefertigten Pfosten-Riegel-Elemente für die Aluminium-Glasfassade von der Gebäuderückseite an die Vorderseite verbracht, dort mit einem an die Betonkonstruktion angeschraubten Kran auf der Fassade verfahren, dann abgesenkt und eingebaut. Bis die Front mit ihren 297 Glasscheiben fertiggestellt war, verging so am Ende ein Dreivierteljahr.

Die ästhetischen Anforderungen des Bauherrn waren klar: „Schlichte Eleganz“ lautete die Vorgabe der ELE-Geschäftsleitung an die Architektur des neuen Hauptsitzes und insbesondere der modernen Fassade. Die insgesamt fast 3.800 Quadratmeter große Glasfläche schimmert in einem abwechslungsreichen Spiel aus blauen und grauen Tönen und passt sich elegant in die Umgebung ein. Mittags spiegelt sich das benachbarte „Musiktheater im Revier“, ein renommierter und denkmalgeschützter Bau, der ebenfalls mit einer großen Glasfront aufwartet, in der imposanten Fassade der ELE-Zentrale. Die große Glasfläche sorgt nicht nur für viel Tageslicht im Inneren des Gebäudes, sondern ermöglicht Passanten zudem einen Blick in die individuell gestalteten Verwaltungsflure: Die Etagen wurden in jeweils anderen Farben gestrichen, was – besonders im Dunkeln – auch von außen gut zu erkennen ist.

Die Lage des Gebäudes sowie die hohen Anforderungen des Bauherrn stellen an die Fassade höchste Ansprüche: Das verwendete Funktionsglas des Herstellers Pilkington bietet sowohl Wärme- und Schallschutz als auch Selbstreinigung. An der gesamten Fassade wurde Wert auf einen guten Wärmeschutz gelegt. Das verwendete Wärmeisolierglas Thermoplus® S3 auf der Basis des Halbzeugs Pilkington OptithermTM S3 verringert die Wärmeverluste von innen nach außen deutlich. Zusätzlich gewinnt es durch seine hohe Gesamtenergiedurchlässigkeit Heizwärme aus der natürlichen Sonneneinstrahlung. Die Isolierverglasung verringert so den Energiebedarf und reduziert die CO2-Emissionen. Da der ELE-Stammsitz an einer Hauptverkehrsstraße liegt, war für die Nordseite der Fassade eine gute Schallschutzfunktion erforderlich. Die zur Straße liegenden Büros wurden auf einer Fläche von insgesamt 1000 Quadratmetern mit dem Schalldämmisolierglas Phonstop TH S3 auf der Basis des Halbzeugs Pilkington OptilamTM Phon ausgestattet, das einen U-Wert von 1,2 W/m2K erreicht. Mit einem Schalldämmmaß von 50 dB erfüllt das Isolierglas Schallschutz auf höchstem Niveau.

Die gesamten Fassadenflächen am Nord-, Süd- und Ostbereich, die Fenster zum Innenhof sowie die schiefergrauen Fassadenplatten, die für die Brüstungen verwendet wurden, sind außerdem mit Pilkington ActivTM ausgestattet. Auf den Außenseiten ist eine Titandioxid-Beschichtung dauerhaft eingebrannt, die mit UV-Strahlen reagiert und organische Schmutzablagerungen zersetzt. Der nächste Regen spült die zersetzten Schmutzpartikel dann einfach ab und reduziert so die aufwändigen Reinigungsarbeiten an Fassade und Fenstern – in Gelsenkirchen ist lediglich eine zusätzliche Reinigung pro Jahr geplant. Mit der neuen Hauptverwaltung setzt die ELE in jeder Hinsicht Akzente – sowohl in Sachen Funktionsverglasung als auch im Stadtbild.

 

Objekt – Daten

Bauherr:
_ Emscher Lippe Energie GmbH, Gelsenkirchen

Architekt/Fassadenplaner:
_ KB Projekte GmbH, Gelsenkirchen

Profilhersteller:
_ SCHÜCO International KG, Bielefeld

Metallbau:
_ Metallbau Lamprecht, Datteln

Glasberatung:
_ Flachglas MarkenKreis GmbH, Gelsenkirchen

Glasherstellung:
_ Pilkington Deutschland AG, Flachglas Wesel GmbH

Isolierglasproduktion:
_ Glaszentrum Greven Kölling GmbH, Greven

Image

Von hinten nach vorne: Die Pfosten-Riegel-Elemente für die Aluminium-Glasfassade wurden von der Gebäuderückseite an die Vorderseite verbracht.

Image (1)

Schallschutz, Wärmedämmung und Selbstreinigung: Die Glasfassade als Alleskönner.

Image (2)

Schlichte Eleganz: Ästhetik in vollendeter Form.

Image (2)

Die farbliche Anpassung der gewählten Fassadenplatte DELOGCOLOR® Activ Sonderfarbe 172001 an das Isolierglas ist hervorragend.