Galleria Mendini, Lörrach

Ein Neubau mit unverwechselbarem Gesicht.

Im nördlichen Zentrum der Lörracher Innenstadt ist Ende letzten Jahres mit der Galleria Mendini ein auffallender, farbenfroher Neubau entstanden, der die Blicke der Stadtbesucher unweigerlich auf sich zieht und durch die neuen Nutzer eine große Anziehungskraft ausübt. Das war nicht immer so. Durch die abgeschlossene Stadtsanierung im südlichen Innenstadtbereich sowie der Ansiedlung eines ersten Migros-Marktes, kam es zu einer Verschiebung des Schwerpunktes im Innenstadtbereich zugunsten des Südens. Die Sanierung des heutigen Chesterplatzes und der Bau der Galleria haben dieses Ungleichgewicht aufgehoben. Das Gebäude selbst wie auch die Nutzer H+M und DM sorgen für eine Magnetwirkung und tragen dazu bei, dass die Fußgängerströme wieder in diesen Bereich gelenkt werden.

Das ursprünglich als „Mall“ geplante Objekt, daher auch die in den Volksmund übergegangene Bezeichnung „Galleria“, wurde letztendlich als konventionelles Wohn- und Geschäftshaus realisiert. Unter-, Erd- und Obergeschoß wurden durch die sogenannten Schlüsselmieter belegt. Darüber sind Büroflächen vorgesehen. Die Umplanung hatte auch Auswirkungen auf die Ausgestaltung der Fassade. Die für das ganze Gebäude angedachte farbliche Gestaltung der transparenten Glasflächen konnte nur an der zur Turmringer Strasse gelegenen Westfassade realisiert werden, wohingegen in der südlichen Fassade nur die Bedruckung der nicht transparenten Flächen erfolgte.

Die farbliche Gestaltung der Fassade beruht auf dem Konzept des Ateliers Mendini, ein Gebäude immer auch als „Objekt“ zu sehen. Die ursprüngliche Konzeptidee zur Planung der Südfassade einer „Mall“ – ein bunt gefüllter Einkaufswagen – ist in der platzverbindenen Südfassade noch zu erkennen.

Die Westfassade wurde mit einer Aluminium-Pfosten-Riegel-Fassade verkleidet. Die Pfosten-Riegel-Elemente wurden jeweils an den Betondecken statisch verankert. Die Ausfachung erfolgte mit Isoliergläsern, welche raumseitig als absturzsicherndes Verbundsicherheitsglas ausgebildet wurde. Die gewählten neutralen Sonnenschutzgläser wurden zusätzlich auf Position 2 mit einem Farbdruck nach Vorgabe des Ateliers Mendini versehen und erzielen so insgesamt einen g-Wert von 27 %.
Die Südfassade besteht aus einer bis auf die rechteckigen Fensterausschnitte ansonsten vollflächigen Betonrohbaukonstruktion. Die Fenster wurden dabei mit unbedruckten neutralen Sonnenschutzgläsern versehen, die Gläser vor den Betonflächen dieser Kaltfassade als bedruckte Einscheiben-Sicherheitsgläser ausgebildet. Mit einem variablen zusätzlichen Sonnenschutz im Innenbereich der Fenster kann der g-Wert des Glases von 34 % noch auf 25 % reduziert werden.

Die gewählten Farben für die Fassaden wurden unter dem Aspekt bestimmt, dass sich das Gebäude bei aller Buntheit in die Umgebung einfügen soll, die unterschiedliche Behandlung der Fassaden ist dabei ein bewusst eingesetztes Gestaltungsmittel. In Abstimmung mit FLACHGLAS Wesel GmbH und des beauftragten Fachplaners wurden die Gestaltungsideen umgesetzt. Dabei wurde jede Glasscheibe individuell produziert. Eine maximale optische Farbbrillanz konnte durch die Verwendung von Optiwhite Weißglas erzielt werden. Die direkte, gute Zusammenarbeit mit den Fachleuten aus Wesel war hier von großem Vorteil, da insbesondere für den gewünschten roten Farbton zahlreiche Druckmuster angefertigt wurden.

Die großflächigen Fensterflächen der Westfassade wurden mit einem auffallenden, spiralförmigen Dekor in Blau bedruckt. Die Fassade der Galleria Mendini ist ein bemerkenswertes Beispiel moderner Fassadengestaltung mit Glas und wird über die Stadtgrenzen von Lörrach hinaus Bekanntheit erlangen.

 

Objekt – Daten

Bauherr:
_ RealGrund AG, Ulm

Architekten:
_ Atelier Mendini, Mailand
_ Architekturbüro Claudio Guida, Rheinfelden

Fassadenberater:
_ Alfa Plan GmbH, Efringen Kirchen

Verarbeiter/Metallbauer:
_ Würzbacher Metallbau Hartz GmbH, Blieskastel Niederwürzbach

Glasproduzent:
_ Flachglas Wesel GmbH

Glasgroßhändler:
_ Glas Mayer GmbH & CO.KG, Ramstein Miesenbach

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Das ursprünglich als „Mall“ geplante Objekt wurde letztendlich als konventionelles Wohn- und Geschäftshaus realisiert. Die in den Volksmund übergegangene Bezeichnung „Galleria“ erinnert daran.

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Der Norden zieht an: Die Galleria Mendini und die Sanierung des heutigen Chesterplatzes hat das Gleichgewicht zwischen dem bereits sanierten südlichen Innenstadtbereich und dem nördlichen Ende der Fußgängerzone wieder hergestellt.

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Nicht nur das Gebäude, auch die attraktiven Geschäfte locken die Lörracher wieder in diesen, in der Vergangenheit leicht vernachlässigten, Teil der Füßgängerzone.

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Die farbliche Gestaltung der Fassade beruht auf dem Konzept des Ateliers Mendini, ein Gebäude immer auch als einen Kunstgegenstand zu sehen.

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Form, Farbe und Funktion bestimmen den lebensfrohen Charakter der Galleria Mendini im Norden der Lörracher Innenstadt.