Haus der Wirtschaft, Offenbach

Der Dialog des Materials.

Drei Grundkonstruktionen bestimmen den Büro- und Geschäftskomplex „Haus der Wirtschaft“ in Offenbach: Die beiden kontrastierenden Fassadentypen aus Glas und Naturstein der Hochhaustürme sowie der Flachbauten. Dabei gliedern sich die Fassaden der Hochhäuser als gestalterische Kontrapunkte.

Die gerundeten Bereiche der Glasfassade bilden eine geschwungene homogene Fläche: Fenster und Brüstungen, Festverglasung und Flügel und auch die Dreh-Kipp-Fenster sind nicht ablesbar. Die Verglasung von Fenstern und Brüstung ist ebengleich. Dafür wurde das mit einem Reflexionsgrad von 25 % vergleichsweise schwach spiegelnde Sonnenschutzglas INFRASTOP® Auresin 49/32 mit den entsprechend farbangepassten INFRACLAD® Fassadenplatten E110 gewählt. Die Glasfassaden sind als Kalt-Warm-Fassade konzipiert, so dass die Fensteröffnungen konventionell mit einem Lochfenster geschlossen werden. Die 8 mm starken INFRACLAD® Fassadenplatten sind entspannt und belüftet gelagert. Auf die Grundkonstruktion der Lochfenster sind die vertikal durchlaufenden LM-Profile aufgeschraubt, welche auch zur Glashalterung im Brüstungsbereich und zur Führung der Fassadenbefahranlage dienen. Während diese LM-Profile die Vertikale unterstreichen und somit auch die Turmhöhe, sind die horizontalen Profile bewusst minimiert.

Die Natursteinfassaden sind im Gegensatz zu den Glastürmen horizontal gegliedert und kontrastieren als Rechtecksbaukörper die runde Linie der Türme. Die Lochfenster dieser Kalt-Warm-Fassade sind mit einer Laibung von 15 Zentimetern Tiefe deutlich zurückgesetzt. Die umlaufende Zarge dieser Lochfenster dient gleichzeitig als Laibungsverkleidung und Führungsschiene für einen außenliegenden Sonnenschutz. Verglast wurde hier das farbneutrale Wärme-Isolierglas THERMOPLUS®.

Aus gestalterischen Gründen sind im Bereich der Flachbauten und im Sockelbereich der Türme das Erdgeschoss und erste Obergeschoss mit einer zweigeschossigen Pfosten-Riegel-Fassade zusammengefasst. Die Blockrandbebauung entlang der Berliner Straße und am Platz der Deutschen Einheit bilden jeweils den Sockel der Hochhauskörper.

 

Objekt – Daten

Bauherr:
_ Haus der Wirtschaft Offenbach GbR, Bad Homburg

Architekten:
_ Seifert Planung, Darmstadt

Ausführungsplanung:
_ Nägele, Hoffmann, Tiedemann, Frankfrut/Main

Fassadenberatung:
_ atf, architektur – technik – fassade, Hans Honig, Frankfurt/Main

Projektsteuerung:
_ Gesellschaft für Baumanagement und Energieberatung mbH, Mainz

Metallbauer:
_ BUG, Kennelbach

Glasproduzent:
_ FLACHGLAS Wernberg GmbH, Wernberg-Köblitz

Glasgroßhändler:
_ GLASZENTRUM G.F. Schweikert GmbH, Heilbronn

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Ein gewollter Effekt: Die vertikale Strukturierung der Glasfassaden lässt die vierzehn- und sechzehngeschossigen Türme optisch noch höher in den Himmel wachsen.

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Das Haus der Wirtschaft ist die imposante Dienstleistungshochburg im Zentrum von Offenbach.

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Das sachliche und ruhige Erscheinungsbild der Natursteinfassaden begrenzt und akzentuiert gleichzeitig den Schwung der zylindrischen Glasfassaden.