Hotel atoll, Helgoland

Die Insel mit dem leuchtenden Glasturm.

Das neue Wahrzeichen der Insel, der gläserne Turm des Hotel atoll, ist für Inselbesucher schon von weitem sichtbar. 21 Meter hoch ist der Treppenturm mit einer punktgehaltenen Pilkington Planar™ Verglasung mit 300 m² INFRASTOP® Titan 63/37 ( B-Typ, 12 mm ESG,16 mm SZR,10 mm ESG). Ein schlanker Flachstahl (120 x 20 mm) bildet die Unterkonstruktion.

Die gesamte Fassade ist über die Flachstähle abgehängt. Im oberem Turmteil sind an allen vier Seiten direkt im Anschluss an den schrägliegenden horizontalen Fachwerkverband 90 cm hohe senkrechte Fachwerkverbände angeordnet, die die Lasten in die vier Turmstützen einleiten. Die Flachstähle koppeln alle Verbände und bilden damit deren Kippaussteifung. Um Druckkräfte auf die Flachstähle durch Bewegungen aus Last und Temperatur zu vermeiden, ist der unterste Befestigungspunkt mit einem Lochspiel von 30 mm versehen.

Das Turmdach als geneigter, weit überstehender oberer Abschluss bietet dem Wind eine gewisse Verlockung, ohne sich jedoch von ihm beeindrucken zu lassen. Hierfür sorgen entsprechende Befestigungen gegen die beträchtlichen Windsoglasten. Die herausstehenden Kragarme aus Stahlwalzprofilen sind – für den Betrachter unsichtbar – in der Fassadenebene thermisch getrennt. Die tieferliegenden Dachflächen sind in einer 16° geneigten Pfosten-Riegel-Konstruktion ausgebildet.

Bereits bei der Werkplanung der Fassade aus Pilkington Planar™ und der Pfosten-Riegel-Konstruktion galt sowohl der Turmkopfbewegung als auch den senkrecht unterschiedlichen Bewegungen der beiden Fassadentypen bei den Fugenausbildungen und Anschlüssen besonderes Augenmerk, um spätere Schäden zu vermeiden. Der gläserne Turm hat seine Feuertaufe in Form des Jahrhundertsturmes im November 1999 bestanden: Bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 km/h trotzte er Windstaudrücken von etwa 160 Kilogramm pro Quadratmeter.

 

Objekt – Daten

Bauherr:
_ Kommanditgesellschaft Weber Helgoland, Immobilien GmbH & Co., Hamburg

Architekten:
_ Nietz, Prasch, Sigl, Tchoban, Voss, Architekten BDA, Hamburg

Tragwerksplanung Glasturm:
_ Ing.-Büro für Baustatik und Konstruktion Dieter Reintanz, Baunatal

Glasstatik:
_ Ing.-Büro für Bautechnik Prof. Dr.-Ing. Schutte, Gelsenkirchen

Innenarchitektin:
_ Alison Brooks Architects, London

Verarbeiter/Metallbauer:
_ Schöninger Glasbau GmbH & Co. KG, Weiden

Glasproduzent:
_ FLACHGLAS Wernberg GmbH, Wernberg-Köblitz

Glaslieferant:
_ Schöninger Glasbau GmbH & CO. KG, Weiden

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Der leuchtende Glasturm des beeindruckenden Designhotels ist neuer strahlender Akzent von Helgoland.

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Die Treppe überspannt die Geschosse. Sie wird dabei lediglich in der Turmeckstütze gehalten. Die waagerechten Stahlfachwerke gewährleisten den horizontalen Lastabtrag.

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Der markante Glasturm des Hotel atoll verschmilzt an wolkenlosen Tagen mit dem Himmel.

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Der Abtrag der Glas- und Windlasten sowie die Berücksichtigung der Toleranzen wurde mit Hilfe des Pilkington Planar-Systems gelöst.