Ludwig-Erhard-Haus, Berlin-Charlottenburg

Das Gürteltier der Berliner Wirtschaft.

„Treffpunkt und repräsentative Einrichtung der in Berlin ansässigen Wirtschaftsunternehmen“ hieß die Vorgabe der Industrie- und Handelskammer zu Berlin in ihrer Architekturausschreibung für einen Neubau. Neben Büroetagen, Gastronomie und Ausstellungsflächen sollte das Gebäude, in Ergänzung zum Altbau, auch die Berliner Wertpapierbörse beherbergen.

Der britische Architekt Nicolas Grimshaw entwarf unter Wahrung der Berliner Traufhöhe von 22 Metern und optimaler Grundstücksausnutzung ein prägnantes Gebäude, das im August 1998 fertiggestellt wurde. Seine Kontur bestimmen 15 parabelförmige Stahlbögen mit unterschiedlichen Spannweiten. Sie bestehen aus jeweils sieben Einzelelementen, die vor Ort zusammengefügt und verspannt wurden. Vorgefertigte Betonkassettenelemente verbinden diese Bögen. Eine darauf aufgebrachte Betonschicht formt die Rundung der Bögen nach. Sie brachte dem Gebäude den Namen „Gürteltier“ ein.

Das Herzstück der Anlage bildet ein 56 Meter hohes Atrium. In dessen Mitte bietet ein ovales Oberlicht Einblick in den Börsenbetrieb. Das Atrium fungiert als passives Solarhaus, das Wärmeströme lenkt, den Gesamtenergiehaushalt entlastet und somit das ökologische Grundkonzept des Hauses widerspiegelt. Der Faktor der natürlichen Belichtung und Belüftung bildet in diesem Rahmen einen wichtigen Planungsaspekt.

Gemäß den hohen Anforderungen hinsichtlich Wärmeschutz und Sicherheit besteht die Verglasung aus dem Sicherheitsglas ALLSTOP® PRIVAT kombiniert mit THERMOPLUS® je nach Einbausituation in angepassten Scheibenaufbauten.

 

Objekt – Daten

Bauherr:
_ Industrie- und Handelskammer zu Berlin

Architekten:
_ Nicholas Grimshaw & Partners, London/Berlin
_ Neven Sidor, London

Fassadenberatung:
_ Emmer Pfenninger & Partenr, Münchenstein

Verarbeiter/Metallbauer:
_ Trube & Kings Metallbau GmbH, Borkheide

Glasgroßhändler:
_ Linther Glas, Kölling Glas GmbH & Co KG, Linthe

Image

Die großflächigen Verglasungen in der geschwungenen Außenhaut durchfluten den Gebäudekern mit Tageslicht.

Image (1)
Durch das ovale Oberlicht können Passanten das rege Börsengeschehen verfolgen.

Image (1)

Nahezu jeder Standort im Gebäude ermöglicht besondere Lichtblicke.

Image (1)

Fünfzehn parabelförmige Stahlbögen mit unterschiedlichen Spannweiten verleihen dem Gebäude seine eigenwillige Kontur.