Messehalle 3, Frankfurt am Main

Futuristische Architektur mit neuen Ausstellungsmöglichkeiten.

Man muss auch in Frankfurt nicht unbedingt in die Höhe bauen, um aufzufallen. Die im August 2001 eröffnete Messehalle 3 ist mit ihrem prägnanten Dach, das mit einer Spannweite von 165 Metern das größte freitragende Dach Europas ist, ein neues Markenzeichen der Mainmetropole. Dem Projekt ging ein umfangreicher Architekturwettbewerb mit insgesamt elf Teilnehmern voraus, bei dem sich das britische Büro Grimshaw & Partners durchsetzen konnte.

Die überspannende Stahlkonstruktion des Daches verleiht der Halle den einzigartigen Charakter und macht sie zu einem Unikat unter allen Messehallen. Für 20.000 Besucher ausgerichtet, bietet die Messehalle 3 zwei Ausstellungsetagen mit insgesamt rund 40.000 Quadratmetern Fläche sowie ein Foyer, Büros und Konferenzbereiche. Während die untere Veranstaltungsebene im Erdgeschoss über einfache gerade Decken verfügt, ist der obere Saal stützenfrei konstruiert. Über ihn spannt sich ein bis zu 15 Meter hohes Dach. In Verbindung mit reichlich Tageslicht, das durch die komplett verglaste Nordfassade fällt, macht dies neue Ausstellungsformen möglich. Kreativen mehrgeschossigen Messeständen sind damit kaum noch Grenzen gesetzt.

Die kühne Bogenkonstruktion des eleganten Faltdaches der neuen Messehalle ist auf sechs so genannte A-Blöcke gelagert und erhält ihre Festigkeit durch komplexe Druck- und Zugnetzstrukturen der miteinander verbundenen Stahlröhren. Nach außen ergibt sich so ein gewelltes Dach mit fünf Bergen und vier Tälern. Um die Leichtigkeit des Daches weiter zu betonen, haben die Architekten den unteren Rand mit einem Lichtband versehen.

Der Wunsch nach bestmöglicher Belichtung bei gleichzeitig hervorragenden energetischen Eigenschaften erforderte den Einsatz verschiedener Glastypen. Für die vollständig verglaste Nordfassade wurde das Wärmedämmglas THERMOPLUS® SN verwendet, das mit einem U-Wert von 1,1 W/m²K für beste Wärmedämmung sorgt. In einzelnen Bereichen wurde das Wärmedämmglas als Sicherheitsglaskombination eingesetzt. Ebenfalls mit einer Kombination verschiedener Gläser wurde den jahreszeitlich wechselnden Anforderungen Rechnung getragen, die die Ost- und Westfassade der Messehalle stellen. Da beide Seiten im Sommer starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, im Winter aber gute Wärmedämmeigenschaften aufweisen müssen, wurde das Sonnenschutz-Isolierglas INFRASTOP® mit einer Selektivität von 2,0 eingesetzt.

 

Objekt – Daten

Querschnitt Nord-Süd

5-25

Querschnitt Ost-West

6-25

Grundriss

7-25

Bauherr:
_ Messe Frankfurt GmbH, Frankfurt am Main

Architekten:
_ Nicholas Grimshaw & Partners Ltd, London

Co-Architekt:
_ ABB, Frankfurt am Main

Fassadenberater:
_ ITL, Frankfurt am Main

Fassadenbau:
_ MERO Systeme GmbH & Co KG, Würzburg

Generalunternehmer:
_ ARGE Hochtief AG/Bilfinger-Berger, Frankfurt am Main

Glasproduzenten:
_ Flachglas Wernberg GmbH, Wernberg
_ Pilkington Deutschland AG, Gelsenkirchen

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Ein kompliziertes Netzwerk von Stahlträgern ermöglicht die innovative Dachform der Messehalle 3.

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Die obere Etage scheint fast zu schweben: die Stahl-Glas-Konstruktion vermittelt den Eindruck von Eleganz und Leichtigkeit.

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Der Eingangsbereich der Ausstellungshalle wirkt wie ein Auge.