Neusser Waterfront

Gläserner Schiffsbug im Neusser Hafenbecken
Das Kopfgebäude „Neusser Waterfront“

Mit dem Neubau des Kopfgebäudes „Neusser Waterfront“ und der mit diesem Projekt verbundenen neuen Fußgängerbrücke über die vielbefahrene Batteriestraße hat der Architekt Oliver Ingenhoven eine städtebauliche Vision verwirklicht: Neuss rückt  wieder näher ans Wasser. Der an das Steuerhaus eines Schubschiffes erinnernde Bau beherbergt auf 2500m2 in fünf Etagen exklusive Büro- und Praxisräume. Die kühne Gebäudeskulptur setzt im Hafenbecken 1 ein neues markantes Zeichen, wobei großformatige und in Teilbereichen geschossübergreifende Glasfassaden aus Sonnenschutz-Isolierglas dem Neubau sein nahezu schwebendes Aussehen verleihen.

Auch in Neuss hat sich -wie in vielen bekannten Binnenhäfen des Landes- die Hafennutzung in den letzten Jahren stark gewandelt. Doch im Unterschied zu vielen bekannten Hafenstädten, verfolgt die Stadt Neuss zusammen mit der städtischen Stadthafen GmbH das Ziel, heimische Industrie und neue Dienstleister gemeinsam im Hafen anzusiedeln. Und so hat die Stadthafen GmbH als Bauherr der Neusser Waterfront zusammenmit dem Architekten ein Gebäude verwirklicht, das hervorragend in dieses Konzept passt.

Das Kopfgebäude entstand an der Schnittstelle zwischen der die Neusser Altstadt umgebenden Stadtmauer und dem um rund fünf Meter tiefer liegenden Hafengebiet auf dem Westufer des Hafenbeckens 1. Auf Niveau des ersten Obergeschosses ist der Neubau mit der Altstadt über eine  aus Stahlbrücke verbunden. Somit wurde eine fußläufige Verbindung zwischen der historischen Altstadt und der Hafenuferpromenade geschaffen.

Um vor eventuellen Überschwemmungen geschützt zu sein, befindet sich das Erdgeschoss eineinhalb Meter über der überschwemmungsgefährdeten Uferpromenade.
Die beiden Stirnseiten der als Rhomboid entworfenen Gebäudekubatur neigen sich um 25° in Richtung Stadteingang und geben dem Gebäude den bewusst maritimen Charakter. Transparente Glasfassaden markieren zugleich die zwei gleichwertigen Zugangsbereiche im Erdgeschoss und 1.Obergeschoss und symbolisieren Offenheit und Leichtigkeit.
Die wasserseitige Fassade wird von zwei statisch begründeten Diagonalen dominiert, die die Lasten der stützenlosen Auskragung in den Untergrund einleiten. Die hieraus resultierenden dreieckigen und trapezförmigen Fenster erhöhen zusammen mit den frei angeordneten Fensterformaten die dynamische Anmutung der hafenseitigen Ansicht. Grob abgeriebene Putzflächen mit einer UV-und witterungsbeständigen metallischen Beschichtung prägen die Außenhaut und lassen den Baukörper je nach Sonnenstand in einem variierenden Farbton erscheinen.

Ein überzeugendes Energiekonzept.
Das Gebäude wird konventionell über einen Gasbrennwertkessel beheizt und verfügt über individuell steuerbare Heizkörper in den einzelnen Räumen. Eine stille Kühlung erfolgt mittels Betonkerntemperierung über Kühlmatten, die in die Stahlbetondecken einbetoniert sind. Das energieeffiziente und energiesparende System nutzt hierbei die Speichermasse und Trägheit des Baustoffs Beton und erlaubt eine gleichmäßige und angenehme Kühlung des Gebäudes in den Sommermonaten zumal auch die angrenzenden Wände -durch in das System eingespeistes Grundwasser- zur Temperaturregulierung beitragen. Ein wichtiger Baustein des Energiekonzepts sind zudem die eingebauten INFRASTOP ®Sonnenschutz-Isoliergläser, die dank ihrer technischen Werte einen guten sommerlichen Wärmeschutz bieten und dazu beitragen, dass das Gebäude gänzlich ohne Klimaanlage auskommt.

Sonnenschutz-Isoliergläser für ein angenehmes Raumklima.
Aufgrund der unterschiedlichen, teilweise dreieckigen und trapezförmigen Scheibengeometrien, wurde auf einen zusätzlichen außenliegenden Sonnenschutz verzichtet.  Zudem sollte die Leichtigkeit und großzügige Transparenz des Gebäudes erhalten bleiben. Daher planten die Architekten unter Berücksichtigung des Gebäudeenergiekonzeptes ein leistungsfähiges Sonnenschutz-Isolierglas mit niedrigem g-Wert. Bauphysikalische Berechnungen forderten für das Glas eine Gesamtenergiedurchlässigkeit kleiner 20%. INFRASTOP® Brillant 30/17 überzeugte, denn dieses Glas weist einen g-Wert von nur 18%, bei einer Lichtdurchlässigkeit von 30% auf. Es verringert effizient den Wärmeeintrag im Sommer, sorgt für ein angenehmes Raumklima und bietet mit einem Ug-Wert von 1,1 W/m2K im Zweifach-Aufbau auch im Winter eine gute Wärmedämmung. In den Glasfassaden im oberen Eingangsbereich wurde es als absturzsichernde Verglasung mit einer Verbundglasscheibe außen und einer ESG-H Scheibe innen verbaut. In den Kunststofffenstern wurde der Glasaufbau 6 außen/16mm SZR/4mm innen gewählt.

Oliver Ingenhoven ist mit dem Neusser Waterfront ein wirklicher Blickfang gelungen: die futuristische Gebäudeform, die Putzfassade aus metallic-Effekt  und die  je nach Tageslicht  brillant neutralen bis leicht bläulich wirkenden Gläser geben dem neuen Kopfgebäude im Neusser Innenhafen seinen unverwechselbaren prägnanten Ausdruck.

 

Objektdaten:
Architekt:
Ingenhoven & Ingenhoven Architekten, Neuss
Oliver Ingenhoven

Mitarbeiter:
Thomas  Feinweber
Marion  Roschmann

Bauherrschaft:
Stadthafen Neuss GmbH & Co.KG
Klaus Harnischmacher, Geschäftsführer
Andreas Galland, Prokurist

Bauleitung:
Dipl.Ing. Ullrich Hochgürtel, Architekt

Thermische Bauphysik, Schallschutz
und Raumakustik:
Santer Bauphysik, Duisburg

Generalunternehmer/ARGE:
Nesseler  Grünzig  Gruppe, Aachen
Korbmacher GmbH, Neuss

Metallbau:
Schuler, GmbH & Co KG, Übach-Palenberg

Glasbeschichtung: Pilkington Deutschland AG, Gladbeck

Glasfassade: FLACHGLAS Wernberg GmbH, Wernberg

Fenster: MFA Fenster GmbH, Ahaus

Fensterglas: Gethke Glas Gronau GmbH & Co. KG, Gronau
Bilder: Holger Knauf, Düsseldorf

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Um vor Überschwemmungen geschützt zu sein, befindet sich das Erdgeschoss eineinhalb Meter über der überschwemmungsgefährdeten Uferpromenade.

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Die kühne Gebäudeskulptur setzt im Hafenbecken ein Zeichen, wobei großformatige Glasfassaden dem Neubau sein nahezu schwebendes Aussehen verleihen.

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Die wasserseitige Fassade wird von zwei statisch begründeten Diagonalen dominiert, die die Lasten der stützenlosen Auskragung in den Untergrund einleiten.

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Auf Niveau des ersten Obergeschosses ist der Neubau mit der Altstadt über eine Stahlbrücke verbunden.