Wissenschaftspark Rheinelbe, Gelsenkirchen

Neue Gläser für ein optimales Raumklima.

Wenn von einer Fassadensanierungsmaßnahme an einem knapp zehn Jahre alten Bauwerk die Rede ist, gerät man leicht ins Staunen und denkt unwillkürlich zuerst einmal an bauliche Mängel. Beim Wissenschaftspark Gelsenkirchen dagegen verhielt es sich ganz anders: Für die jetzt ausgeführte Maßnahme an der Glasfassade gab es Gründe, die in der Planungsphase des Gebäudes noch nicht offensichtlich wurden.

Mit dem 1995 eröffneten Wissenschaftspark Gelsenkirchen wurde der Startschuss für einen strukturellen Neuanfang in der Region gelegt. Wo früher Kohle gefördert und Stahl produziert wurde, werden heute „sanftere Technologien“ aus der Energie-, Gesundheits-, Informations- und Kommunikationsbranche weiterentwickelt. Als Ort der Kommunikation bietet er Platz für Veranstaltungen und Ausstellungen aller Art. „Einen großen sozialen Raum im Sinne Hans Scharouns“ zu schaffen, das ist dem Münchner Architekten Uwe Kiessler mit der öffentlich begehbaren Glasarkade in beeindruckender Weise gelungen. Die Arkade mit ihrer durchlaufend schrägen Glasfassade – im sprichwörtlichem Sinne ein wettergeschützter Boulevard – stellt gewissermaßen als Längsgebäude das „Rückgrat“ der Bauanlage dar. Die unteren Fassadenelemente der Glasarkade werden im Sommer hochgefahren und machen so den als Regenwasser angelegten kleinen See zur angenehmen Begleitung des Boulevards.

Ein außenliegendes Abschattungssystem – im oberen Fassadenbereich anliegend, im unteren Fassadendrittel als ausfahrbare Markise konstruiert – sollte zusammen mit einer zugfreien Durchlüftung eine Überhitzung der Glasarkade verhindern. Womit im Vorfeld nicht zu rechnen war: Auf dieser Seite entwickeln sich extrem hohe Windgeschwindigkeiten, die in den letzten Jahren immer wieder zu massiven Beschädigungen an der unteren Markise und immensen Reparaturkosten führten.

Funktionsglas löst das Problem. Die Betreibergesellschaft des Parks entschied sich – auch aufgrund eines energetischen Gutachtens der Gesellschaft für Licht- und Bautechnik GmbH und Herrn Prof. Dr. Müller, Universität Dortmund – dieses Problem mit einem Hochleistungs-Sonnenschutzglas zu lösen und zukünftig ganz auf die Markisen im unteren Drittel zu verzichten. In einer Simulation konnte gezeigt werden, dass die Neuverglasung des unteren Fassadedrittels mit INFRASTOP® Brillant 66/33 deutliche Auswirkungen auf die Temperaturen in der GlasArkade hat und dazu beiträgt, mit seiner Gesamtenergiedurchlässigkeit von nur 33 % ein optimiertes Raumklima herzustellen. Der sehr gute U-Wert von 1,1W/m²K dieses Glases sorgt für besten winterlichen Wärmeschutz und hilft, das hier angestrebte Konzept des sparsamen Energieeinsatzes zu realisieren.

Entscheidend war auch der Farbton: neutral sollte er sein und zwar so neutral, dass man keinen Unterschied zur bestehenden THERMOPLUS® Wärmeschutzverglasung im oberen Fassadenbereich wahrnimmt. Mit dem gewählten Brillant-Typ ist dies hier am Wissenschaftspark wirklich überzeugend gelungen.

 

Objekt – Daten

Axiometrische Darstellung der gesamten Raumlage

7-41

Sommernacht – Nachtabkühlung der Speichermassen

8-41

Wintertag – Solarwärmegewinn

9-41

Architekten:
_ Kiessler und Partner, München

Baubegleitung:
_ Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft des Wissenschaftspark
und Technologiezentrum Rheinelbe, Gelsenkirchen

Beratung Energiekonzept:
_ Gesellschaft für Licht- und Bautechnik GmbH, Universität Dortmund, Prof. Müller

Glasverarbeitung/Glaslieferung:
_ FLACHGLAS Wernberg GmbH, Wernberg-Köblitz

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Freier Seeblick: Durch die gläserne Arkade hat man freien Blick auf den aus Regenwasser angelegten See.

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Das untere Drittel der Fassade wurde mit INFRASTOP® Brillant 66/33 verglast.

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Extrem hohe Windgeschwindigkeiten führten immer wieder zu Beschädigungen an der Markise.

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Die Arkade wurde zum begehbaren öffentlichen Raum.

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Die Neuverglasung des Wissenschaftsparks wurde von der Flachglas Wernberg GmbH in der verinbarten Zeit mit hervorragendem Ergebnis verwirklicht.